Angebote für Kinder und Jugendliche

Wenn kurative Hilfe nicht mehr möglich ist, betreuen in der letzten Lebensphase ambulante Hospizdienste die Patienten sowie ihre Angehörigen und sorgen für eine persönliche Begleitung bis in den Tod. Der häusliche Hospizdienst kommt dem Wunsch der meisten Menschen entgegen, zu Hause zu sterben.

SAPV Teams

SAPV-Team Mike Möwenherz
Ernst-Heydemann-Str. 8
18057 Rostock
Mecklenburg-Vorpommern
Deutschland
Tel (0381) 494 7260
Fax (0381) 494 7263

Ansprechpartner
Prof. Dr. med. Carl Friedrich Classen

Träger der Einrichtung
SAPV- Team „Mike Möwenherz“, Universitätsmedizin Rostock -Kinder- u. Jugendklinik

Die SAPV von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich in einigen Punkten von der  Leistung für Erwachsene. Bei Kindern ist die Prognose oft schwer einschätzbar, die palliative Situation kann über Jahre bestehen. Die SAPV erfolgt daher meist als Krisenintervention und wird wieder beendet, sobald sich die Situation stabilisiert hat.

Zudem benötigen Kinder- und Jugendliche für die oft sehr speziellen Erkrankungen eine andere Behandlung als Erwachsene. Einen hohen Stellenwert in der Versorgung hat die Einbindung von Eltern und Geschwisterkindern.

Abgestimmt auf die jungen, unheilbarkranken Patienten arbeiten spezialisierte Kinder- und Jugendärzte, Kinderkrankenpflegekräfte und meist auch Sozialarbeiter im SAPV-Team.

  • Bedarfsorientierte Hausbesuche
  • Enge Zusammenarbeit mit Hausärzten, Pflegediensten, Therapeuten und stationären Einrichtungen
  • Aufbau eines Versorgungsnetzes: Pflegedienst, Therapeuten, Psychoonkologen usw.
  • Erstellung eines individuellen Behandlungs- und Notfallplanes
  • Symptomlinderung (Schmerzen, Luftnot, Schwäche, Angst, Unruhe, Erbrechen)
  • Ruf-, Notfall- und Kriseninterventionsbereitschaft rund um die Uhr
  • Koordination der Betreuung mit allen an der Versorgung Beteiligten
  • Sicherstellung der notwendigen Arznei und Hilfsmittel
  • Zusammenarbeit mit zum Beispiel mit Seelsorge, Sozialarbeit und ambulanten Hospizdiensten

Information und Beratung von Patienten und deren Angehörigen

  • Unterstützung bei der Verfassung einer Patientenverfügung und/oder Vorsorgevollmacht
  • Unterstützung bei schwierigen Situationen in familiären und sozialen Bereichen

Die Leistung der SAPV wird von einem niedergelassenen Arzte oder Krankenhausarzt verordnet und muss vorab von der Krankenkasse genehmigt werden. 

Anspruch auf eine SAPV haben Patienten mit einer begrenzten Lebenserwartung aufgrund einer weit fortgeschrittenen und nicht heilbaren Erkrankung, wenn eine besonders aufwendige Versorgung vorliegt. Anhaltspunkte dafür sind:

  • ausgeprägte Symptome wie Schmerzen, Übelkeit, Luftnot vorliegen bzw. häufige Therapieanpassungen erfolgen müssen.
  • Inhalt und Aufwand die hausärztliche Versorgung übersteigt.
  • vermehrt Hausbesuche erforderlich werden.
  • vermeidbare Krankenhauseinweisungen im Notdienst drohen.
  • aufwendige Therapien wie Schmerzpumpen, parenterale Ernährung, Port- oder komplexe Wundversorgung 

Nur ein kleiner Teil aller Sterbenden benötigt diese besondere Versorgungsform. 

Die Krankenkasse ist der Kostenträger. Der Patient muss für die SAPV keine Zuzahlung leisten, für Hilfsmittel und Medikamente, die im Rahmen der SAPV verordnet werden, fallen Zuzahlungen an.

Auch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten, zumindest aber den Betrag, den auch die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt. Privat versicherte Patienten sollten sich die Kostenübernahme vorher genehmigen lassen.

SAPV-Teams in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie links unter dem Link: SAPV in MV oder über Landkarte Hospizarbeit

Ambulante Hospize

Diakonie Rostocker Stadtmission e.V.
Ökumenischer Kinderhospiz- & Familienbegleitdienst OSKAR
LAG Mitglied

Ökumenischer Ambulanter Hospizdienst für Kinder, Jugendliche
https://rostocker-stadtmission.de/kinderhospizdienst

Bergstraße 10
18057 Rostock
+49 381 40310201
Kinderhospizdienst Leuchtturm
LAG Mitglied

Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst

Poggenweg 29
17489 Greifswald
+49 3834 5205200
Hospiz – Verein Schwerin e.V.
Platz der Jugend 25
19053 Schwerin
Mecklenburg-Vorpommern
Deutschland
Tel +493855572621

www.hospizverein-schwerin.de

Ansprechpartner
Kerstin Markert und Elisabeth Krüger

Träger der Einrichtung
Hospizverein Schwerin e.V.

Einrichtungsdaten
Beratungen zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmachten im letzten Kalenderjahr durchgeführt: Ja

Tätigkeitsbereiche
Fort- und Weiterbildungen
Befähigungskurse für HospizhelferInnen
Trauerbegleitung
Beratungen zu Patientenverfügungen

Migrationsspezifische Angebote

Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche

Kinder

Kinder trauern anders als Erwachsene. Sie drücken ihre Trauer nicht immer mit Worten und Weinen aus, sondern oft zeigt sich ihre Trauer im Spiel, beim Malen, Schreien und Toben. Sie können innerhalb einer Minute himmelhochjauchzend sein, und sind dann wieder zu Tode betrübt. Sie brauchen in einer solchen Situation – abgesehen von wenigen Ausnahmen- zwar keine Therapie, aber behutsame Begleitung. Gemeinsam mit den betroffenen Kindern und der Familie kann in ersten Gesprächen geschaut werden, welche Angebot es in der Region gibt und welches vielleicht passend ist.

Jedes Kind geht unterschiedlich mit Verlusten um und hat altersspezifische Bewältigungsstrategien.  In Einzelkontakten kommen die Kinder über das Spiel und/oder Gespräche in Kontakt mit ausgebildeten Trauerbegleiter*innen und bauen Vertrauern auf. Das Kind kann alle seine Fragen zum Sterben und Tod stellen und seine unterschiedlichsten Gefühle ausdrücken. Je nach Alter und Vorliebe des Kindes kommen verschiedene kreative Methoden zur Anwendung. Wichtig ist dabei besonders, seine Ressourcen zu erkennen und zu stärken. 

Wenn Kinder trauern, sind oft Kindertrauergruppen eine hilfreiche Unterstützung. In der Gemeinschaft mit gleichaltrig betroffenen Kindern fühlen sie sich verstanden. Alle ihre Gefühle haben hier einen Platz und dürfen auf ihre ganz eigene Weise zum Ausdruck gebracht werden. Geleitet werden diese Gruppen von Trauerbegleiter*innen die behutsam, die Bedürfnisse der Kinder wahrnehmen und den Austausch durch kreative Gesprächsangebote fördern.

Jugendliche

Trauernde Jugendliche stecken oft in einer besonders schwierigen Situation.

In ihrem Alter entdecken sie das Leben, kosten es in vollen Zügen aus und spüren es intensiv. Ein Todesfall kann dies auf fundamentale Art erschüttern. Eine Zerrissenheit zwischen dem Gefühl, todtraurig zu sein und dem Wunsch, Spaß zu haben und das Leben zu genießen, entsteht.  Als Reaktion auf diese Zerrissenheit legen Jugendliche dann vielfach Verhaltensweisen an den Tag, die völlig unpassend wirken. Dies kann laut sein, intensiv, impulsiv und die Grenzen auslotend, dann aber wieder so, als wäre nichts gewesen. Ihre Begleitung braucht Fingerspitzengefühl. Ein Trauerbegleitung kann, wenn dies gewünscht ist unterstützen.

In der Trauerbegleitung steht die Jugendliche mit ihren Bedürfnissen und Anliegen im Mittelpunkt. Innerhalb einer Familie ist jeder vom Verlust emotional berührt und mit seiner eigenen Trauer beschäftigt. Aus diesem Grund kann es entlastend sein, mit Menschen außerhalb der Familie über die Situation zu sprechen. Die Trauerbegleiter*innen nehmen die Bedürfnisse wahr, versuchen sich einzufühlen und auf die Bedürfnisse einzugehen. Neben Gesprächen kann auch im gemeinsamen alltäglichen Tun die Trauerbegleitung stattfinden

In den Gruppen werden den Jugendlichen unterschiedliche Formen der kreativen Auseinandersetzung mit ihrer Trauer zur Verfügung gestellt. Viele Jugendliche haben das Gefühl, ihre Eltern könnten es nicht aushalten, mit ihnen über ihre Trauer zu reden oder wollen sie nicht noch zusätzlich belasten. In der Gruppe können sie sich öffnen, weil sie wissen, dass sie die Trauerbegleiter*innen mit ihren Anliegen belasten dürfen. Viele Zwölf- bis 18-Jährige wollen aber auch gar nicht unbedingt reden. Sie drücken ihre Trauer zum Beispiel in Collagen aus. Andere beschäftigen sich mit Musik und übersetzen beispielsweise Songtexte, die ihnen etwas bedeuten. Letztendlich möchten die Begleiter*innen die Jugendlichen sensibilisieren, ihren eigenen Weg des Trauerns zu finden.

Gerade für Jugendliche gibt es inzwischen auch digitale Angebote der Trauerbegleitung per Mail, Chat oder in digitalen Videokonferenzen. Diese Medien sind ihnen vertraut und die Hemmschwelle ist oft geringer, sodass die Angebote leichter angenommen werden.

Es gibt inzwischen viele Angebote – hier eine kleine Auswahl:

www.youngwings.de

https://www.da-sein.de/

https://www.doch-etwas-bleibt.de/start/?