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Wir fassen alle regionalen Angebote zusammen und beraten Sie.

Zu Hause

Wir kommen zu Ihnen

Der Wunsch der meisten Menschen ist es, bis zu ihrem Lebensende zu Hause bleiben zu können und dort zu sterben. Mit einer gut vernetzten und kontinuierlichen Begleitung ist dies möglich.

Stationär

Sie sind unser Gast

Versorgung von schwerstkranker und sterbenden Menschen

Wenn die Versorgung von schwerstkranker und sterbenden Menschen  zu Hause an ihre Grenzen kommt, gibt es Alternativen,  die  eine Atmosphäre von Wärme und Geborgenheit bieten.

Trauerbegleitung

Sie sind nicht allein

Die Hospizarbeit endet nicht mit dem Tod des Betroffenen. Für die Angehörigen verändert sich alles – auch in dieser Situation lassen wir Sie nicht alleine.

INFORMATIONEN WENN SIE EIN BETREUUNG ZUHAUSE WÜNSCHEN.

Hauptaufgabe von ambulanten Hospizdiensten ist die Beratung und ehrenamtliche Begleitung von schwerkranken Menschen – vor allem zu Hause. Dieses Zuhause kann auch ein Altersheim, Betreutes Wohnen oder eine Wohngruppe einer Behinderteneinrichtung sein. Zudem besteht inzwischen auch die Möglichkeit, Patienten im Krankenhaus zu begleiten. Ziel der ambulanten Hospizarbeit ist es, dem kranken Menschen zu ermöglichen, seine letzte Lebensphase mit größtmöglicher Lebensqualität in seiner gewohnten Umgebung zu verbringen. Palliative-Care-Fachkräfte beraten fachlich kompetent zu persönlichen Fragen und unterschiedlichen hospizlichen Versorgungsangeboten.

Geschulte Ehrenamtliche begleiten, entlasten und unterstützen Betroffene und ihre Angehörigen durch regelmäßige Besuche. Dabei ist Zeit ein wichtiger Faktor – Zeit zum Zuhören, Zeit für einen kleinen Spaziergang oder einfach das Da-Sein für jemanden ohne viele Worte. Alleine das Gefühl, nicht allein zu sein, mindert emotionale Not enorm. Die ambulanten Hospizdienste sind Teil eines vernetzten Systems der Hilfen. Sie arbeiten eng mit Pflegediensten, Ärzten, Krankenhäusern, stationären Hospizen und Teams der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) zusammen, um jederzeit die erforderliche Hilfe koordinieren zu können.

Ambulante Hospizdienste sind keine Pflegedienste, dies wird oft verwechselt. Sie übernehmen keine pflegerischen Tätigkeiten oder hauswirtschaftliche Aufgaben.

  • Information und Beratungsgespräche zuhause, im Krankenhaus oder Pflegeheim sowie im Büro des ambulanten Dienstes
  • Vermittlung anderer Hilfen und Koordination der unterschiedlichen ambulanten Hilfen
  • Mitwirkung bei der Organisation und Vorbereitung der häuslichen Pflege und hospizlichen Begleitung
  • regelmäßige Besuche durch ausgebildete Ehrenamtliche
  • Begleitung des Sterbenden, dessen Angehörigen und Bezugspersonen
  • Unterstützung bei der Entscheidung, ob Hilfe und Pflege zu Hause noch möglich sind
  • Hilfe bei der Auseinandersetzung mit sozialen, ethischen und religiösen Sinnfragen
  • Trauerbegleitung

In der Regel kommt nach einem telefonischen Erstkontakt die Fachkraft des Hospizdienstes vor Ort und führt ein erstes Beratungsgespräch. Danach wird, wenn dies gewünscht ist, ein passender Ehrenamtlicher gesucht, der die längerfristige Begleitung übernimmt. Wie oft und wie lange er vor Ort kommt, hängt neben seinen Ressourcen und maßgeblich von den Wünschen der Patienten und Angehörigen ab.

Auf unserer Landkarte finden sie ambulante Hospizdienste in ihrer Nähe. 

Für Patienten wie Angehörige ist die Beratung durch Koordinatoren und die Begleitung durch ehrenamtliche Hospizhelfer kostenfrei. Die Dienste werden unter bestimmten Voraussetzungen von den Krankenkassen finanziell gefördert. Darüber hinaus finanzieren sie sich durch Spenden.

Fragt man Menschen, wo sie ihre letzte Lebenszeit verbringen wollen, ist dies für die meisten das eigene Zuhause. Damit dies möglich ist, gibt es die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Die SAPV umfasst ärztliche und pflegerische Leistungen. Sie dient als Ergänzung zur bestehenden Betreuung durch Hausarzt, Facharzt und ambulanten Pflegedienst. Auch schwer kranke Menschen, die in einer Einrichtung der Altenhilfe leben, haben Anspruch Leistungen der SAPV.

Die Teams, die die Leistungen des SAPV erbringen, werden oft Palliative-Care-Teams (PCT) genannt. Durch die Vernetzung aller beteiligten Hilfsangebote kann die weitere Versorgung des schwerkranken Menschen im häuslichen Umfeld intensiv gestützt und gefördert werden. Diese Rundum-Versorgung kann eine Krankenhauseinweisung verhindern und es den Menschen ermöglichen, dort in Frieden zu sterben, wo sie gelebt haben.

  • Bedarfsorientierte Hausbesuche
  • Enge Zusammenarbeit mit Hausärzten, Pflegediensten, Therapeuten und stationären Einrichtungen
  • Aufbau eines Versorgungsnetzes: Pflegedienst, Therapeuten, Psychoonkologen usw.
  • Erstellung eines individuellen Behandlungs- und Notfallplanes
  • Symptomlinderung (Schmerzen, Luftnot, Schwäche, Angst, Unruhe, Erbrechen)
  • Ruf-, Notfall- und Kriseninterventionsbereitschaft rund um die Uhr
  • Koordination der Betreuung mit allen an der Versorgung Beteiligten
  • Sicherstellung der notwendigen Arznei und Hilfsmittel
  • Zusammenarbeit mit zum Beispiel mit Seelsorge, Sozialarbeit und ambulanten Hospizdiensten

Information und Beratung von Patienten und deren Angehörigen

  • Unterstützung bei der Verfassung einer Patientenverfügung und/oder Vorsorgevollmacht
  • Unterstützung bei schwierigen Situationen in familiären und sozialen Bereichen

Die Leistung der SAPV wird von einem niedergelassenen Arzte oder Krankenhausarzt verordnet und muss vorab von der Krankenkasse genehmigt werden. 

Anspruch auf eine SAPV haben Patienten mit einer begrenzten Lebenserwartung aufgrund einer weit fortgeschrittenen und nicht heilbaren Erkrankung, wenn eine besonders aufwendige Versorgung vorliegt. Anhaltspunkte dafür sind:

  • ausgeprägte Symptome wie Schmerzen, Übelkeit, Luftnot vorliegen bzw. häufige Therapieanpassungen erfolgen müssen.
  • Inhalt und Aufwand die hausärztliche Versorgung übersteigt.
  • vermehrt Hausbesuche erforderlich werden.
  • vermeidbare Krankenhauseinweisungen im Notdienst drohen.
  • aufwendige Therapien wie Schmerzpumpen, parenterale Ernährung, Port- oder komplexe Wundversorgung 

Nur ein kleiner Teil aller Sterbenden benötigt diese besondere Versorgungsform. 

Die Krankenkasse ist der Kostenträger. Der Patient muss für die SAPV keine Zuzahlung leisten, für Hilfsmittel und Medikamente, die im Rahmen der SAPV verordnet werden, fallen Zuzahlungen an.

Auch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten, zumindest aber den Betrag, den auch die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt. Privat versicherte Patienten sollten sich die Kostenübernahme vorher genehmigen lassen.

SAPV-Teams in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie links unter dem Link: SAPV in MV oder über Landkarte Hospizarbeit

Die SAPV von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich in einigen Punkten von der  Leistung für Erwachsene. Bei Kindern ist die Prognose oft schwer einschätzbar, die palliative Situation kann über Jahre bestehen. Die SAPV erfolgt daher meist als Krisenintervention und wird wieder beendet, sobald sich die Situation stabilisiert hat.

Zudem benötigen Kinder- und Jugendliche für die oft sehr speziellen Erkrankungen eine andere Behandlung als Erwachsene. Einen hohen Stellenwert in der Versorgung hat die Einbindung von Eltern und Geschwisterkindern.

Abgestimmt auf die jungen, unheilbarkranken Patienten arbeiten spezialisierte Kinder- und Jugendärzte, Kinderkrankenpflegekräfte und meist auch Sozialarbeiter im SAPV-Team.

In der Karte finden Sie regionale Einrichtungen, die Sie direkt anschreiben können. Ist nicht das passende Angebot dabei, sind wir für Sie da.

MÖGLICHKEITEN WENN SIE EINE STATIONÄRE BETREUUNG WÜNSCHEN.

Ein Hospiz ist eine spezialisierte Pflegeeinrichtung für schwer erkrankte Menschen am Ende des Lebens. Es kann für die Betroffenen und ihre Zugehörigen der richtige Ort sein, wenn eine Betreuung zu Hause nicht möglich oder eine Behandlung im Krankenhaus nicht gewünscht ist.

In einem Hospiz betreut ein Team aus unterschiedlichen Berufsgruppen wie Pflegefachkräfte, Sozialarbeiter, Seelsorger, Haus- und Fachärzten, Physiotherapeuten und Ehrenamtlichen die Gäste/Bewohner … so werden die Betroffenen hier genannt. Sie werden umfassend betreut und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen orientieren sich an den Bedürfnissen der erkranken Menschen. Sie organisieren den Alltag so, dass die Menschen sich möglichst wie zu Hause fühlen. So gibt es z. B. keinen festen Tagesablauf und der Gast bestimmt selbst, wann er beispielsweise frühstücken möchte. Nicht nur der Betroffenen selbst wird umsorgt, – auch seine Familie und Freunde werden einfühlsam begleitet.

Gerade für diese ist die letzte Lebensphase eines lieb gewonnen Menschen oft eine besondere schwere Zeit und Unterstützung ebenso wichtig. Angehörige sind im Hospiz daher jederzeit willkommen und können hier meist auch übernachten.

  • Behandlung von Symptomen, die das Sterben begleiten können
  • 24-stündigen Präsenz von speziell geschulten Pflegefachkräften
  • psychosoziale Begleitung von Bewohner und Angehörigen
  • Ehrenamtliche Begleitung durch z. B. Zuhören, Spaziergänge oder Sitzwachen
  • Strikte Orientierung an den Bedürfnissen der Bewohner
  • Angehörige, / Zugehörigen der Bewohner werden ermutigt, angeleitet und unterstützt, sich bei der Begleitung einzubringen und sind jederzeit willkommen
  • Keine Besuchszeiten – Übernachtungen sind nach Absprache oft möglich
  • Ganzheitliche Versorgung der Bewohner mit dem Fokus auf sein seelisches Befinden und Symptomkontrolle
  • individuellen Essens- und Pflegezeiten – auch Essenswünsche werden oft ermöglich
  • externen Dienstleister (z. B. Physio-/Ergotherapie, Friseur, Fußpflege, …) kommen nach Absprache ins Haus

Betroffene können sich im Hospiz selbst anmelden oder anmelden lassen. Es ist wichtig, dass der Betroffene selbst mit der Aufnahme einverstanden ist.
Nach einer vorherigen telefonischen Terminabsprache können Sie ein Hospiz auch besichtigen und Fragen stellen, damit Sie genügend Informationen haben, um eine Entscheidung treffen zu können. Für den kranken Menschen ist der Aufenthalt im stationären Hospiz komplett kostenfrei.

Hospize haben mit den Kranken- und Pflegekassen einen Versorgungsvertrag. Diese übernehmen den größten Teil der Kosten. 5 Prozent der Kosten muss ein Hospiz selbst durch Spenden und ehrenamtliche Mitarbeit aufbringen.

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Versorgung im Hospiz hat jeder Krankenversicherte mit einer Erkrankung,

  • die ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat.
  • bei der Heilung ausgeschlossen ist.
  • die fortschreitend verläuft.
  • die eine Krankenhausbehandlung nicht erfordert.
  • deren palliativpflegerischer und -medizinischer Aufwand hoch ist und deren Versorgung in der Häuslichkeit oder im Pflegeheim nicht ausreichend gewährleistet ist.

Um eine Kostenübernahme zu regeln, muss ein Antrag mit ärztlicher Stellungnahme auf Hospizversorgung bei Ihrer Krankenkasse gestellt werden. Die Begründung des palliativmedizinischen Bedarfs muss daraus hervorgehen. Diesen Antrag können Sie direkt beim Hospiz stellen, aber auch die Krankenkasse oder ihr behandelnder Arzt kann ihnen behilflich sein und sie weitergehend informieren. Dort erhalten sie auch die notwendigen Formulare.

Nehmen Sie so frühzeitig wie möglich Kontakt mit dem infrage kommenden Hospiz auf. Eine Aufnahme von einen auf den anderen Tag ist nicht möglich. Eine Zusage der Kranken- und Pflegekasse zur Kostenübernahme muss vor der Aufnahme erfolgen. Wenn diese vorliegt und die Belegungssituation des Hospizes es zulässt, kann die Aufnahme erfolgen. Es ist aber durchaus möglich, dass es auch zu Wartezeiten kommt. Daher der Hinweis auf die frühzeitige Planung und Kontaktaufnahme. Oft ist es möglich, das Zimmer im Hospiz mit persönlichen Gegenständen wie z. B. Bildern individuell einzurichten. Sprechen sie dazu mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen vor Ort

Eine Palliativstation ist eine eigenständige Einheit eines Krankenhauses. Die Mitarbeiter/innen sind im besonderen Maße ausgebildet, Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zu betreuen. Um eine umfassende und ganzheitliche Behandlung zu ermöglichen, arbeiten viele unterschiedliche Berufsgruppen in einem Stationsteam zusammen. Dies sind neben Ärzten/innen und Pflegekräften Mitarbeitende aus den Bereichen Physiotherapie, Sozialdienst, Psychotherapie, Musik- und Kunsttherapie, Atemtherapie und Seelsorge. In der Regel verfügen Palliativstationen Einzelzimmer. Die Gestaltung unterscheidet sich durch den wohnlichen Charakter und die ruhige Atmosphäre deutlich vom herkömmlich Krankenhausbetrieb.

  • Schmerztherapie und ganzheitliche Behandlung anderer körperlicher Symptome
  • Aktivierend- oder begleitend-therapeutische Pflege durch besonders in diesem Bereich geschultes Pflegepersonal
  • Soziale Beratung/Sozialarbeit
  • Begleitung, Beratung und Unterstützung von Angehörigen durch Patienten-, Angehörigen- und/oder Familiengespräche
  • Hilfe bei der Vorbereitung von Entlassung/Verlegung
  • Spirituelle Begleitung
  • Erstellung eines individuellen Behandlungsplans bei Aufnahme und wöchentliche Aktualisierung der Behandlungsziele
  • Einsatz der folgenden Therapiebereiche: Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Psychologie, Physiotherapie, künstlerische Therapie (Kunst- und Musiktherapie), Entspannungstherapie
  • Begleitung in der letzten Lebensphase

Die Anmeldung auf eine Palliativstation kann durch den Patienten, Angehörige, Pflegedienste, niedergelassene Ärzte, Pflegeheime oder Krankenhäuser erfolgen. Notwendig sind eine vorherige Anmeldung und eine ärztliche Einweisung. Es werden Patienten aufgenommen, die an einer weitfortgeschrittenen unheilbaren Erkrankung leiden und bei denen schwere Symptome (z. B. Schmerzen, Luftnot, Übelkeit) vorliegen.

Ziel ist die umfassende Behandlung der bestehenden Beschwerden, wobei die Sorgen, Ängste und Wünsche der Patienten besondere Berücksichtigung finden. Viele Patienten werden wieder nach Hause entlassen, aber auch eine Weiterversorgung in anderen Einrichtungen wie z. B. einem Hospiz oder Pflegeheim ist möglich. Dies wird frühzeitig mit allen Beteiligten besprochen und organisiert. Ein zeitlich unbegrenzter Aufenthalt ist nicht üblich. Im Durchschnitt beträgt die Aufenthaltsdauer in Palliativstationen zwischen 10 und 14 Tagen.

Für die Finanzierung der Palliativstation kommen die gesetzlichen Krankenkassen auf. Dem Patienten entstehen durch seinen Aufenthalt keine zusätzlichen Kosten. Er muss lediglich die im Krankenhaus übliche Zuzahlung für stationäre Behandlung entrichten. Die besondere Ausstattung der Palliativstationen kann dagegen nicht von den Krankenhäusern allein getragen werden. In der Regel ist dies durch Spenden von gemeinnützigen Vereinen und Privatpersonen möglich.

INFORMATIONEN ZUR TRAUERBEGLEITUNG

Trauer gehört wie das Sterben zum Leben – dies macht dem Umgang damit allerdings nicht leichter. Die Lyrikerin Masha Kaleko hat einen für die hospizliche Haltung zentralen Gedanken so formuliert: „Den eigenen Tod, den stirbt man nur. Doch mit dem Tod der anderen muss man leben“. Treffender kann man nicht ausdrücken, warum uns die Begleitung und Beratung Trauernder am Herzen liegt und für die Hospizbewegung zu einer ihrer wichtigen Aufgaben zählt. Niemand kann einem anderen seine Trauer abnehmen. Was Unterstützung durch die hospizlichen Angebote aber bieten kann, ist Begleitung, Gemeinschaft, Zeit, Raum und Erlaubnis, in Ihrer Trauer genau das zu tun, was Ihnen nach Ihrem eigenen Gefühl am besten tun wird. 

Die hospizliche Trauerbegleitung schafft unterschiedliche Angebote wie z.B. 

  • unverbindliche, kostenfreie Beratung
  • regelmäßige Einzelgespräche mit ehrenamtlichen Trauerbegleitern
  • geleitete Trauergruppe
  • offenes Trauercafé 
  • gemeinsame Aktivitäten mit anderen Betroffenen z.B. Spaziergänge: 
  • spezielle Angebote für trauernde Kinder und Jugendliche: 

Trauerangebote in ihrer Nähe finden Sie auf unserer Landkarte.

Die Begleitung von Trauernden wird bisher nicht von staatlicher Seite unterstützt. Daher tragen die Anbieter von Begleitungsangebote die Kosten selbst. Für Betroffene sind die Angebote in der Regel kostenfrei. Gegebenenfalls wird ein geringer Unkostenbeitrag erhoben oder um eine kleine Spende gebeten. 

TRAUERBEGLEITUNG FÜR ERWACHSENE, JUGENDLICHE UND KINDER

Erwachsene

Trauernde Menschen sind verunsichert und auf der Suche nach ihrem eigenen Weg durch die schwere Lebenszeit. Viele erleben Tipps und Ratschläge aus dem Umfeld als wenig hilfreich. Ein Gespräch, eine Trauerberatung kann Hinterbliebene stärken und informieren. In einem solchen Gespräch mit ausgebildeten Trauerbegleiter*innen gibt es die Möglichkeit, die eigenen Erlebnisse zu besprechen und gemeinsam zu überlegen, welche weitere Unterstützung vielleicht hilfreich sein kann.

So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Bedürfnisse in der Trauer. Manchmal, besonders wenn der Verlust eines nahen Menschen noch frisch ist, können sich Einzelgespräche mit ausgebildeten Trauerbegleiter*innen entlastend und hilfreich auswirken. Diese individuellen, zeitlich begrenzten Einzelgespräche können dabei unterstützen, mit dem Verlust leben zu lernen und einen ganz persönlichen Weg zu finden.

Diese Einzelbegleitung bietet die Möglichkeit:

  • Sprachlosigkeit zu überwinden,
  • über den Krankheits- und Sterbeprozess zu sprechen,
  • über Gefühle zu reden,
  • heilsame Formen des Erinnerns zu finden,
  • die Wirklichkeit des Verlustes zu begreifen,
  • neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Der Besuch einer Trauergruppe bietet sich an, wenn Trauernde an den Punkt gelangen, die Einsamkeit verlassen zu wollen und Gemeinschaft suchen. Trauergruppen bestehen in der Regel aus einer festen Teilnehmerzahl. Die Treffen finden regelmäßig statt und sind über mehrere Monate angelegt, sodass ein besonders vertrauter Rahmen entsteht. Innerhalb einer Gruppe wird sichtbar, dass man nicht alleine ist auf der Suche nach dem Weg in einen neuen Alltag. Trauernde wissen um den Abschiedsschmerz, sie wissen um die Probleme, die den Alltag schwer machen. Das in anderen Menschen zu erkennen, macht Trauernde ein klein wenig „verwandt“ miteinander. Es kann helfen, aus der Isolation zu gelangen.

Häufig geht es in den Gruppen um Themen wie:

  • Trauere ich „richtig“ – bin ich „normal“?
  • Zeige ich anderen meine Trauer? Will und darf ich dies?
  • Wie gehe ich mit den Reaktionen der Mitmenschen (Familie, Freunde, Kolleg*innen) auf meine Trauer um?
  • Was gibt mir Trost?

Zunehmend gibt es auf bestimmte Zielgruppen spezialisierte Trauergruppen, z.B. für Kinder, Jugendliche, Eltern die ein Kind verloren haben oder für Menschen, die jemanden durch Selbsttötung verloren haben.

Gemeinsame Gespräche, gemeinsames Weinen, gemeinsames Lachen – neue Kontakte.
Trauercafés bieten einen offeneren Rahmen als Trauergruppen. Es gibt keine feste Gruppe, die sich regelmäßig trifft, – jeder ist jederzeit willkommen. Es kann über die Trauer gesprochen werden, aber auch über viele andere Themen. Ziel ist es, außerhalb der eigenen vier Wände ungezwungen in Kontakt mit anderen Menschen in einer ähnlichen Situation zu kommen.

Jugendliche

Trauernde Jugendliche stecken oft in einer besonders schwierigen Situation.

In ihrem Alter entdecken sie das Leben, kosten es in vollen Zügen aus und spüren es intensiv. Ein Todesfall kann dies auf fundamentale Art erschüttern. Eine Zerrissenheit zwischen dem Gefühl, todtraurig zu sein und dem Wunsch, Spaß zu haben und das Leben zu genießen, entsteht.  Als Reaktion auf diese Zerrissenheit legen Jugendliche dann vielfach Verhaltensweisen an den Tag, die völlig unpassend wirken. Dies kann laut sein, intensiv, impulsiv und die Grenzen auslotend, dann aber wieder so, als wäre nichts gewesen. Ihre Begleitung braucht Fingerspitzengefühl. Ein Trauerbegleitung kann, wenn dies gewünscht ist unterstützen.

In der Trauerbegleitung steht die Jugendliche mit ihren Bedürfnissen und Anliegen im Mittelpunkt. Innerhalb einer Familie ist jeder vom Verlust emotional berührt und mit seiner eigenen Trauer beschäftigt. Aus diesem Grund kann es entlastend sein, mit Menschen außerhalb der Familie über die Situation zu sprechen. Die Trauerbegleiter*innen nehmen die Bedürfnisse wahr, versuchen sich einzufühlen und auf die Bedürfnisse einzugehen. Neben Gesprächen kann auch im gemeinsamen alltäglichen Tun die Trauerbegleitung stattfinden

In den Gruppen werden den Jugendlichen unterschiedliche Formen der kreativen Auseinandersetzung mit ihrer Trauer zur Verfügung gestellt. Viele Jugendliche haben das Gefühl, ihre Eltern könnten es nicht aushalten, mit ihnen über ihre Trauer zu reden oder wollen sie nicht noch zusätzlich belasten. In der Gruppe können sie sich öffnen, weil sie wissen, dass sie die Trauerbegleiter*innen mit ihren Anliegen belasten dürfen. Viele Zwölf- bis 18-Jährige wollen aber auch gar nicht unbedingt reden. Sie drücken ihre Trauer zum Beispiel in Collagen aus. Andere beschäftigen sich mit Musik und übersetzen beispielsweise Songtexte, die ihnen etwas bedeuten. Letztendlich möchten die Begleiter*innen die Jugendlichen sensibilisieren, ihren eigenen Weg des Trauerns zu finden.

Gerade für Jugendliche gibt es inzwischen auch digitale Angebote der Trauerbegleitung per Mail, Chat oder in digitalen Videokonferenzen. Diese Medien sind ihnen vertraut und die Hemmschwelle ist oft geringer, sodass die Angebote leichter angenommen werden.

Es gibt inzwischen viele Angebote – hier eine kleine Auswahl:

www.youngwings.de

https://www.da-sein.de/

https://www.doch-etwas-bleibt.de/start/?

Kinder

Kinder trauern anders als Erwachsene. Sie drücken ihre Trauer nicht immer mit Worten und Weinen aus, sondern oft zeigt sich ihre Trauer im Spiel, beim Malen, Schreien und Toben. Sie können innerhalb einer Minute himmelhochjauchzend sein, und sind dann wieder zu Tode betrübt. Sie brauchen in einer solchen Situation – abgesehen von wenigen Ausnahmen- zwar keine Therapie, aber behutsame Begleitung. Gemeinsam mit den betroffenen Kindern und der Familie kann in ersten Gesprächen geschaut werden, welche Angebot es in der Region gibt und welches vielleicht passend ist.

Jedes Kind geht unterschiedlich mit Verlusten um und hat altersspezifische Bewältigungsstrategien.  In Einzelkontakten kommen die Kinder über das Spiel und/oder Gespräche in Kontakt mit ausgebildeten Trauerbegleiter*innen und bauen Vertrauern auf. Das Kind kann alle seine Fragen zum Sterben und Tod stellen und seine unterschiedlichsten Gefühle ausdrücken. Je nach Alter und Vorliebe des Kindes kommen verschiedene kreative Methoden zur Anwendung. Wichtig ist dabei besonders, seine Ressourcen zu erkennen und zu stärken. 

Wenn Kinder trauern, sind oft Kindertrauergruppen eine hilfreiche Unterstützung. In der Gemeinschaft mit gleichaltrig betroffenen Kindern fühlen sie sich verstanden. Alle ihre Gefühle haben hier einen Platz und dürfen auf ihre ganz eigene Weise zum Ausdruck gebracht werden. Geleitet werden diese Gruppen von Trauerbegleiter*innen die behutsam, die Bedürfnisse der Kinder wahrnehmen und den Austausch durch kreative Gesprächsangebote fördern.